Gottfried Schwaiger

(* 25. 9. 1958 - † 16. 4. 2021)


In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser Freund, unser Obmann des Theatersommer-Beirates und einer der Gründer des Haager Theatersommers, Gottfried Schwaiger, am 16. April 2021 für immer von uns gegangen ist.


Er war einer der wichtigsten und federführenden Architekten des Haager Theatersommers. Aufgrund seiner Initiative und seinem Engagement, war er maßgeblich daran beteiligt, dass in Haag so ein großes Projekt wie diese Sommerspiele aus der Taufe gehoben werden konnte. Nach einem für den Theatersommer schwierigen Jahr übernahm Schwaiger im Herbst 2010 die Geschäftsführung und war schließlich gemeinsam mit dem damaligen Intendant Gregor Bloéb für die Produktion 2011 bis 2013 verantwortlich. In diesem Zeitraum wurden „Der Sommernachtstraum“ (2011), „Der zerbrochene Krug“ (2012) und das bis heute unvergessene Stück „Jägerstätter“ (2013) gespielt. 

Gottfried Schwaiger war aber auch nach seiner Zeit als Geschäftsführer weiterhin mit dem Theatersommer eng verbunden. So war er bis zuletzt Obmann des Theatersommer-Beirates und fungierte so als enger Berater und Unterstützer des aktuellen Theatersommer-Teams.

Nicht nur dem Haager Theatersommer wird Gottfried Schwaiger schmerzlich fehlen, sondern auch beim Haager Stadtmarketingverein hinterlässt er eine große Lücke. Viele Projekte wurden umgesetzt, bei denen Gottfried Schwaiger vielfach im Hintergrund die entscheidenden Fäden zog und sich nie in den Vordergrund drängte.



Gottfried Schwaiger
Gottfried Schwaiger mit Kurt Reitzinger (li., erster Geschäftsführer des Haager Theatersommer) und Architekt Roland Gruber (Nonconform – Architekturbüro, welches die Theatersommer-Tribüne entwarf). Foto: nonconform


Wichtige Stationen:
  • treibende Kraft bei der Gründung des Theatersommer Haag (2000)
  • Initiator und treibende Kraft bei der Gründung des Haager Stadtmarketingvereins (1998) (aufgrund seiner Initiativen wurde beispielsweise der Hauptplatz neu gestaltet und - auch wenn Gottfried sich nie in den Vordergrund gedrängt hat - tragen viele weitere Projekte in Haag seine Handschrift)
  • Moskar-Preisträger 2011 für seine herausragenden Leistungen für die Haager Kulturszene
  • Organisator, Manager des Haager Volksfestes


Gottfried Schwaiger
Gottfried Schwaiger mit seiner Frau Gitti bei der Moskar-Verleihung. Schwaiger bekam den Moskar 2011 für seine Leistungen rund um seine kulturellen Aktivitäten in Haag. Foto: Stubauer


Gottfried Schwaiger
Ebenfalls bei der Moskar-Verleihung: Gottfried Schwaiger mit seiner Mutter, seiner Frau und seinen Söhnen Felix und Clemens. Foto: Stubauer


Hier einige Stellungnahmen seitens der Menschen, mit denen er beim Theatersommer zusammen gearbeitet hat (in alphabetischer Reihenfolge):


Gregor Bloèb (Theatersommer-Intendant von 2009 - 2013; bildete von 2011 bis 2013 gemeinsam mit Gottfried Schwaiger als Geschäftsführer das Führungsteam des Theatersommers): „Mein lieberlieber Gottfried! In Schockstarre schreib ich dir, du mein Freund, mein Vorbild. Du hast immer Unmögliches möglich gemacht und soviel hab ich dir zu verdanken. So viel. Mein Herz weint und das der Haager auch. Du Menschenfreund. Du hast die Menschen geliebt und sie dich. Die Typen, die Spinner, die Außenseiter. Du hattest Ohr für sie. Du warst Verbinder, Verknüpfer und Brückenbauer. ‚Jägerstätter‘ wäre ohne dich nie und nimmer machbar gewesen. In tiefer Trauer umarm ich dich und gedenke all deiner Lieben. Und wenn ich das nächste mal die Treppe zum Hauptplatz raufgeh, nehm ich ein Schild mit und schraub es an: ‚Gottfried-Schwaiger-Stiege‘. Benannt nach einem Mann, der für uns da war.“


Christian Dolezal (Intendant des Theatersommer Haag seit 2017): „Gottfried hat für mich immer große Ruhe ausgestrahlt und wenn ich mit ihm gesprochen habe, hat es sich angefühlt, als würde er sich in diesem Moment für absolut nichts anderes interessieren, als was ich ihm sagen möchte. Dass sich jemals ein Mensch in seiner Gegenwart nicht wohlgefühlt haben könnte, ist unvorstellbar. Dass er plötzlich nicht mehr hier ist, ebenso.“


Serge Falck (erster Theatersommer-Intendant von 2000 - 2002): „Das Ableben von Gottfried macht mich sehr betroffen. Gottfried war der ruhende Pol in unserem ursprünglichen Organisationskomitee.  Ich weiß noch, wie wir im Januar 1999 auf dem leeren Hauptplatz gestanden sind und uns überhaupt erst überlegen mussten, wo schlussendlich die Bühne und wo die Zuschauer Platz finden sollten. Wir waren alle so voller Tatendrang. Gottfried auch, aber er verstand es darüber hinaus, unseren Traum bei der Gemeinde und bei manch anderen kritischen Stimmen positiv zu vermitteln. Er war dieses verbindende Element nach außen und eine Säule im Team. Ohne ihn wäre nichts so passiert, wie es im Endeffekt abgelaufen ist. Über die Jahre hatte ich immer wieder Kontakt zu ihm und jedesmal konnte ich noch dieses fröhliche Leuchten in seinen Augen erkennen. Das Leuchten unseres verrückten Traums von damals. Das wird mir vor allem in Erinnerung bleiben. Gottfried hinterlässt eine große Lücke. Ich weine ihm nach und wünsche seinen Hinterbliebenen viel Kraft bei diesem schweren Verlust.“


Prof. Adi Hirschal (Theatersommer-Intendant von 2003 bis 2008): „Mit großer Bestürzung habe ich vom Hinscheiden Gottfrieds erfahren. Es tut besonders weh, wenn integre Menschen wie er einer war, so früh von uns gehen müssen. Als ehemaliger Intendant weiß ich, wie wertvoll und wichtig Gottfried für die Entwicklung unseres Spielortes war. Darüberhinaus war er für mich als Mensch ein Vorbild wie kaum ein anderer…“


HR Mag. Hannes Huber (Obmann der Freunde des Haager Theatersommers): „Gottfried Schwaiger war ein Visionär der Stadtentwicklung und der Kultur, sein besonderes Charisma war es, den Mitmenschen unvoreingenommen zu begegnen. Er hat an den Theatersommer Haag  auch in schwierigen Zeiten geglaubt  und wesentlich zum Erfolg weit über die Landesgrenzen hinaus beigetragen.“


Kurt Reitzinger (Theatersommer Geschäftsführer von 2000 bis 2009): „So war er, stets gut gelaunt, hilfsbereit und weltoffen. Gutes Essen und ein Glas Wein mit lieben Menschen rund um sich, das genoss er. Ein Talent, anderen zuzuhören und an sein Gegenüber zu glauben, damit war er wirkmächtig und erfolgreich. Und eine liebevolle Familie an seiner Seite, eingebettet im Zeitwohlstand, das hatte er - Gottfried Schwaiger - ein großartiger Mensch und mein bester Freund, Farewell und alles Liebe!"


Maria Reitzinger (Theatersommer-Geschäftsführerin von 2014 bis 2017): “Gottfried war ein Visionär. Dank seiner vielseitigen Interessen, seines Erfahrungsreichtums und seines guten Gespürs war er imstande die großen Zusammenhänge zu erkennen und schaffte damit positive Veränderungen für sein Umfeld und seine Mitmenschen.

Gottfried war ein Abenteurer. Die anfänglich verrücktesten Ideen wurden aufgrund seines Mutes, seiner Beharrlichkeit und Zuversicht Wirklichkeit und zu langfristig erfolgreichen Projekten. Ohne ihn hätte es keinen preisgekrönten Theatersommer Haag gegeben und auch keine prämierte „Jägerstätter-Uraufführung“. Gottfried war wahrscheinlich nicht nur für mich ein bedeutender Wegbereiter, sondern schenkte vielen von uns sein Vertrauen, war uns ein geduldiger Förderer und Freund. Für das alles bin ich Gottfried unendlich dankbar. Du wirst mir fehlen.“


Gerhard Stubauer (Geschäftsführer Theatersommer Haag): „Der Haager Theatersommer und vieles andere in Haag ist eng mit dem Namen Gottfried Schwaiger verbunden. Das gesamte Theatersommer-Familie und ich können noch gar nicht fassen, dass Gottfried nicht mehr in unserer Mitte ist. Für das Haager Stadtmarketing und eben gerade auch für den Theatersommer war er immer wieder eine wichtige Ansprechpersonen und ein vertrauenswürdiger Berater und Motivator. Gottfried war aber nicht nur beruflich ein wichtiger Mensch für mich, sondern vor allem auch privat ein sehr guter Freund, mit dem ich viele gemeinsame und unvergessliche Dinge erleben durfte. Ein außergewöhnlich herzlicher Mensch, der auch immer ein Ohr für persönliche Anliegen hatte. Er war ein großer Mentor, der eine ganz große Lücke hinterlässt. Danke für alles, lieber Gottfried.“


Christoph Wagner-Trenkwitz (Intendant von 2014 bis 2016): „Die Nachricht vom plötzlichen Tode Gottfried Schwaigers hat mich zutiefst schockiert. Er war eine der ersten Persönlichkeiten, die ich beim Theatersommer Haag kennen gelernt habe. Seine ruhige, klare, kluge, zielstrebige und immer herzliche Art hat mitbestimmt, dass ich mich um die Position des Intendanten beworben habe. Gottfried war ein außerordentlicher Mensch, Kultur hat ihm sehr viel, die Menschen aber haben ihm alles bedeutet. Wenn er auftauchte, wusste man, dass alle Probleme so gut wie gelöst sind. Dass Gottfried, nach Jahrzehnten aufopfernder Tätigkeit für die Stadt Haag und ihr Kulturleben, nun so jäh aus dem kaum angetretenen Ruhestand gerissen wurde, erfüllt mich mit tiefer Trauer. Meine liebevollen Gedanken gelten seiner Familie, seinen Freundinnen und Freunden, zu denen ich mich mit Stolz gezählt habe. Auf Wiedersehen, Gottfried!“



Gottfried Schwaiger
Gottfried Schwaiger und Ex-Intendant Gregor Bloéb freuen sich über den Erfolg der einzigartigen Jägerstätter-Produktion. Foto: Stubauer


Gottfried Schwaiger
Die kulturelle Entwicklung in Haag war ihm eines der wichtigsten Anliegen. Gottfried Schwaiger mit Felix Mitterer und Gregor Bloéb, die gemeinsam beim Theatersommer Haag das bis heute unvergessene Stück „Jägerstätter“ (2013) zeigten. Foto: NLK Johann Pfeiffer


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